Review

Nachdem wir mit „Batman – Detective Comics 1: Angriff der Batman-Armee“ von James Tynion IV bereits den Auftakt einer der beiden monatlichen Serien im Sammelband-Format rund um den grimmigen Dunklen Ritter beleuchtet haben, haben wir uns auch Scott Snyders neuen Ansatz zum Mitternachtsdetektiv mit seiner in drei Bänden abgeschlossenen „All-Star Batman“-Serie gewidmet („All-Star Batman 2: Die Enden der Welt“, „All-Star Batman 3: Der Verbündete“).

Snyder hat derweil den Staffelstab und damit die kreative Gewalt über die andere monatliche „Batman“-Serie an seinen Nachfolger, den Eisner Award-Gewinner Tom King übergeben. Freilich tritt dieser ein äußerst schweres Erbe (siehe nur „Batman 58“) an.

In „Batman 1: Ich bin Gotham“, primär in Szene gesetzt von Autor Tom King und Zeichner David Finch, ist jedoch ein äußerst vielversprechender Beginn einer neuen Ära gelungen. Dort nimmt Bruce Wayne den jungen Duke Thomas unter seine Fittiche, bekommt es mit dem Calendar Man, dem monströsen Solomon Grundy und einem abstürzenden Flugzeug zu tun, ehe er die Ankunft gleich zwei neuer Beschützer für seine Heimat Gotham City erlebt, die auf die klangvollen Namen Gotham und Gotham Girl hören. Im Kampf für das Gute können die beiden Neulinge den Mitternachtsdetektiv jedoch nur kurzfristig unterstützen, denn Gotham wird vom Psycho-Piraten Roger Hayden mental manipuliert, wendet sich dann gegen den Dunklen Ritter und fällt letztlich. Dabei stand der Psycho-Pirat wiederum unter dem Befehl von Hugo Strange. Von Letzterem dachte Amanda Waller, Anführerin der Task Force X, besser bekannt als Suicide Squad, sie hätte ihn im Griff. Doch Strange hat Waller verraten und nach seinen Schandtaten den Psycho-Piraten gegen eine beträchtliche Menge Venom eingetauscht. Das heißt auch, dass sich jener jetzt auf der Insel Santa Prisca befindet, dem Herrschaftsgebiet von Bane.

Und das führt uns endlich zum vorliegenden Sammelband „Batman 2: Selbstmord-Trip“, der die Ausgaben „US-Batman #9-15“ und damit die Storylines „I Am Suicide“ sowie „Rooftops“ umfasst.
Der titelgebende selbstmörderische Trip resultiert aus den obigen Geschehnissen und ist deren unmittelbare Folge. Denn Gotham Girl leidet immer noch unter Angstzuständen und Batman benötigt den Psycho-Piraten, um sie von ihren Albträumen zu befreien.
In Absprache mit Amanda Waller muss sich der Mitternachtsdetektiv dafür jedoch auf eine wahre Selbstmordmission nach Santa Prisca begeben, wo mit Bane einer seiner ärgsten Widersacher herrscht. Schließlich war es jener früher Venom-Abhängige, der den Dunklen Ritter dereinst im Zweikampf besiegte und ihn dabei nicht nur mental, sondern vor allem physisch gebrochen hat, indem er ihm das Rückgrat brach (zu lesen in der großartigen „Knightfall“-Saga).

Für diese Mission stellt sich Batman ein Einsatz-Kommando der besonderen Art zusammen, quasi seine eigene Suicide Squad. Mit im Boot sind einige Lieblinge aus der Irrenanstalt Arkham Asylum, nämlich Arnold Wesker alias der Bauchredner, das Paar Punch und Jewlee, der kräftige Ben Turner alias Bronze Tiger und nicht zuletzt Batmans immerwährende Flamme Catwoman Selina Kyle. Ob ein auf den ersten Blick derart dysfunktionales Team in der Lage ist, in der Festung des Knochenbrechers Bane zu bestehen?

Die letzten beiden Kapitel stehen dann ganz im Zeichen der komplizierten und doch immer intimen und innigen Beziehung zwischen Batman und Catwoman. Der Katzenlady wird vorgeworfen, 237 Menschen auf dem Gewissen zu haben und der Mitternachtsdetektiv soll sie zurück in Polizeigewahrsam bringen. Indes ist der Held und Beschützer von Gotham von der Unschuld der – wohl einzig wahren – Frau seines Herzens überzeugt.

Leseprobe aus „Batman 2: Selbstmord-Trip“ (Copyright: Panini Comics)

Tom King leistet bisher ganze Arbeit mit seiner „Batman“-Serie und füllt die Fußstapfen, die eine Größe wie Scott Snyder hinterlässt, gekonnt aus. Der zweite Band gefällt sogar noch besser als der Auftakt, denn retrospektiv wirkt vieles davon wie eine Vorbereitung auf das hier Geschehene.
Dabei schafft er es, gerade einen Kontrahenten wie Bane einmal wieder gebührend machtvoll, intelligent und komplex zu präsentieren, auch wenn man gerne noch etwas mehr von dem kraftstrotzenden Villain gesehen hätte.
Der Selbstmord-Trip nach Santa Prisca kann auch mit einer Intrige aufwarten, die am Ende aber einer nicht allzu überraschenden Auflösung zugeführt wird. Das intime Verhältnis zwischen Batman und Catwoman zeugt indes auch von einem besonderen Gespür des Autors für diese beiden Figuren. 

Noch größeres Lob verdient aber wohl der hauptsächlich aktive Zeichner Mikel Janín, der die Geschichte mit dynamischen, emotionalen und packenden Bildern zum Leben erweckt. Insbesondere seine kreative Seitengestaltung fällt auf: Mal ein beeindruckendes Splash-Panel hier, mal eine ungewöhnliche Anordnung dort. Beispielhaft sei etwa die grausame Episode aus Banes Vergangenheit genannt, in der seine Zelle über Nacht immer wieder geflutet wird, die Janín besonders eindringlich inszeniert. Die übrigen Zeichnungen am Ende der Ausgabe von Mitch Gerads erreichen dieses Niveau zwar nicht, sind aber auch durchaus beachtlich.

So ist auch die Tom KingBatman-Serie bisher eine, die man gerne empfiehlt.

Inhalt

Die gefeierte Rebirth-Serie von Top-Autor Tom King!

Batman führt Catwoman und andere Schurken auf eine Selbstmordmission.
Ihr Ziel: Die Insel Santa Prisca, über die Knochenbrecher Bane herrscht!

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Tom King
ist ein amerikanischer Autor und Comicbuchschreiber und Ex-CIA-Officer.

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Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 10.04.2018
Originalausgaben: Batman 9-15
Seitenzahl: 164
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
Warum denn so ernst?