Review

Es gibt eine Gruppe, die sich seit Anbeginn der Zeit gegen den Einfluss der Templer wehrt. Wir kämpfen im Schatten, um die Willensfreiheit aller Menschen zu verteidigen. Eddie Gorm, du bist der Nachfahre eines großen Kriegergeschlechts, das diese Welt beschützt: Die Assassinen.

„Assassin’s Creed Conspirations: Die Glocke (Band 1)“ lautet der Titel der neuesten Comic-Adaption der erfolgreichen Spieleserie. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um einen Vorgänger des zuletzt hier besprochenen „Assassins’s Creed: Sonnenuntergang (Band 2)“, sondern vielmehr um den Auftakt eines neuen Zyklus‘ als Albenserie.

Zu Beginn versetzt uns die Story in das Jahr 1943 und wir befinden uns in Norwegen, genauer im norwegischen Kraftwerk Vemork, denn dort ist ein Assassine mitten in einer Mission. Der Kreis soll sich zum Ende des ersten Bandes schließen und der Leser erfahren, um was für einen Einsatz es sich dabei handelt. Die Erzählung erfolgt dann aber zunächst nicht mehr in chronologischer Abfolge, sondern mittels Rückblenden.

An den Docks vom East End in London im Jahr 1940 lernen wir den Protagonisten der neuen „Assassin’s Creed“-Reihe, den Boss auf den Docks, Eddie Gorm kennen. Dieser verließ im Jahre 1932 die Royal Marines und möchte vom Zweiten Weltkrieg nichts wissen. Eines Tages möchte der Gangster Jack Turpin mit Eddie kooperieren, doch der Chef im Londoner Dockland möchte auch mit dessen kriminellen Machenschaften nichts zu tun haben. Kurz darauf wird Eddie dann jedoch auch noch von zwei mysteriösen Personen angesprochen, die ihn ebenfalls rekrutieren und aus seinem beschaulichen Leben zerren wollen.

Es kommt zu einem Bombenanschlag in London, der unsere Hauptfigur auch persönlich betrifft. Anschließend gerät er als Schlüsselakteur und Mittelsmann in ein Intrigenspiel, das ihn etwa mit dem seit Jahrhunderten andauernden Konflikt zwischen Assassinen und Templern, aber auch mit der Entwicklung einer Atombombe durch die Nationalsozialisten konfrontiert. Mehr soll hier jedoch nicht verraten werden, um von diesen 48 Seiten umfassenden Verschwörungen nicht zu viel vorwegzunehmen.

„Assassin’s Creed Conspirations: Die Glocke (Band 1)“ stellt einen gelungenen Auftakt in diese neue Albenserie dar. Insbesondere das Artwork im franko-belgischen Stil von Jean-Baptiste Hostache, der sowohl für die Zeichnungen als auch die Farben verantwortlich zeichnet, ist äußerst geglückt, da stylish und ästhetisch.

Die Story stammt diesmal aus der Feder von Guillaume Dorison, der uns abermals die immerwährende Fehde zwischen den Assassinen und dem Templerorden präsentiert; denn es waren offenbar auch die Templer, die Deutschland den Nazis ausgeliefert haben.

Leseprobe aus „Assassin’s Creed Conspirations: Die Glocke (Band 1)“ (Copyright: Splitter Verlag)

Insgesamt haben wir es hier aber auch mit einer relativ ausgedehnten Exposition zu tun. Wer also vor dem Kauf vor allem auf die wiederkehrenden Hauptelemente aus der Computerspielserie hofft, der mag womöglich leicht enttäuscht sein, da der sogenannte Animus, spektakuläre Attentate oder auch die „Assassin’s Creed“-typischen Waffen nur verhältnismäßig wenig Raum bekommen; für einen Erstling allerdings angemessen, da wir jedenfalls stimmungsvoll-atmosphärisch in die Ära des Zweiten Weltkrieges katapultiert werden. Außerdem gibt es hier dennoch viele Stilmittel der Spieleserie, denn wir begegnen einigen bekannten Persönlichkeiten der damaligen Epoche, wie z.B. Josef Mengele oder auch Werner Heisenberg und es wird auf reale historische Ereignisse eingegangen, nämlich die Norwegische Schwerwasser-Sabotage. 

Derzeitig erfreut der Splitter Verlag „Assassin’s Creed“-Enthusiasten mit zahlreichen Comic-Titeln zu der erfolgreichen Spieleserie, denn zusätzlich zu dem vorliegenden Antrittsband und dem kürzlich hier kritisierten „Assassins’s Creed: Sonnenuntergang (Band 2)“ (samt Vorgänger) erscheint im Juli auch noch „Assassin’s Creed – Templars Band 1: Black“, der das Assassinen-Universum der zuletzt genannten Serie noch erweitert. Aufgrund der künstlerischen Qualität der vorliegenden Ausgabe verdient diese – trotz ihres deutlich geringeren Umfangs – dennoch den Vorzug; zumindest wenn man sich nur für eine der beiden Comic-Adaptionen entscheiden möchte.

Inhalt

Eddie Gorm erwartet nicht mehr viel von seinem Leben. Er ist im Unfrieden aus der britischen Navy ausgeschieden und schlägt sich im Londoner Dockland als Schieber und Schmuggler durch, wenn es sein muss, auch buchstäblich. Doch die Zeiten sind nicht so, dass sich ein Mann einfach wegducken kann – man schreibt das Jahr 1940, es herrscht Krieg. Und ohne dass er es ahnt, haben mächtige Organisationen bereits ein Auge auf Eddie geworfen. Bald wird er eine Schlüsselfigur sein in einem mehr als undurchsichtigen Spiel um Spionage und Doppelagenten und die dahinter verborgenen Absichten.

(Quelle: Splitter Verlag)

Details

Format: Hardcover
Vö-Datum: 01.06.2017
Seitenzahl: 48
ISBN: 978-3-95839-522-0
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
Warum denn so ernst?