Review

Die Veröffentlichungen unter dem Banner „All Star DC Comics“ sind bis zum heutigen Tage noch äußerst überschaubar. Da gibt es bisher einzig die „All-Star Batman Collection: Gesamtausgabe“ von den Ausnahmekünstlern Jim Lee und Frank Miller („Frank Miller – Sin City 02: Eine Braut, für die man mordet (Filmedition)“, „Batman: Dark Knight III #7“, „Batman: Dark Knight III #6“) sowie „All-Star Superman“ von Grant Morrison („Klaus: Die wahre Geschichte von Santa Claus“, „Justice League Anthologie“) und Frank Quitely.

Die Prämisse der „All Star“-Titel ist dabei, die größten DC-Superhelden in die fähigen Hände der hochrangigsten Künstler und Autoren zu geben – wie sich auch aus der illustren Runde oben schon unschwer ablesen lässt. Das Konzept sieht dabei keine (strenge) Bindung an frühere bzw. aktuelle Kontinuitäten vor, weshalb die Künstler recht frei in ihrer Kreativität sind.

In diese prestigeträchtige Klasse darf sich in der aktuellen Rebirth-Ära nun auch Starautor Scott Snyder einfinden. In unserer Besprechung zu „Batman 58“ haben wir bereits ein Loblied auf dessen Arbeit gesungen und man kann ohne Weiteres konstatieren, dass Snyder zu den wichtigsten Batman-Autoren der letzten Jahre gehört („Batman, Bd. 1: Der Rat der Eulen“, „Batman: Bd. 2: Die Stadt der Eulen“, „Batman: Bd. 3: Der Tod der Familie“, „Batman: Bd. 4: Jahr Null – Die geheime Stadt“, „Batman: Bd. 5: Jahr Null – Die dunkle Stadt“ und, und, und). Neben den zwei Batman-Serien pro Monat, also „Batman“ und „Batman – Detective Comics“ (neulich: „Batman – Detective Comics 1: Angriff der Batman-Armee“), dürfen sich Fans des Dunklen Ritters nun also auch noch über „All-Star Batman“ freuen.

Mit All-Star Batman 1: Mein schlimmster Feind“ ist bereits ein bockstarker Auftakt geglückt. Scott Snyder präsentierte dort eine Story rund um den Mitternachtsdetektiv und Harvey Dent alias Two-Face. Batman will Harvey von seinem bösen Alter Ego erlösen und ihn heilen, doch Two-Face hat andere Pläne und sorgt dafür, dass die schlimmsten Widersacher des Dunklen Ritters sich diesem in den Weg stellen. Snyder gewährt dabei auch spannende Einblicke in die Vergangenheit von Bruce und Harvey, denn der Verbrecher war einst einer seiner ältesten und besten Freunde. Bebildert wird der Erstling von Zeichner-Legende John Romita Jr. („World War Hulk“, „Spider-Man“ etc.).
Die Messlatte lag also hoch und wir wollen schauen, ob das neue Werk „All-Star Batman 2: Die Enden der Welt“ das hohe Niveau halten kann.

Inhaltlich trifft Batman hier auf einige seiner klassischen Kontrahenten, mit Dr. Victor Fries alias Mr. Freeze, Pamela Lillian Isley alias Poison Ivy („Poison Ivy – Kreislauf von Leben und Tod“) und dem verrückten Mad Hatter, wobei noch ein alter Bekannter im Hintergrund die Fäden ziehen soll. Grob umrissen geht es darum, dass Mr. Freeze im ewigen Eis von Alaska ein Bakterium in der Atmosphäre freisetzt. Eine Sporenmutation davon breitet sich anschließend flächendeckend in den USA aus und tötet alles in seiner Nähe ab. Nach einiger Überredungsarbeit gelingt es Batman, von Poison Ivy ein Heilmittel zu erhalten. Zu allem Überfluss muss er sich dann aber auch noch mit dem Mad Hatter herumärgern, der ihn beinahe in den Wahnsinn treibt. Doch der große Endgegner wartet erst noch. Mehr soll hier aber nicht verraten werden.

Darüber hinaus enthält die Ausgabe auch noch eine komplette Miniserie um Duke Thomas, den neuen Gehilfen des Dunklen Ritters. Hier müssen sich Batman und sein Sidekick dem sadistischen Serienkiller Victor Zsasz entgegenstellen.

Leseprobe aus „All-Star Batman 2: Die Enden der Welt“ (Copyright: Panini Comics)

Vorab kann man sagen, dass „All-Star Batman 2: Die Enden der Welt“ den hohen Erwartungen durchaus gerecht wird. Zwar muss Snyder hier ohne die großartigen Bilder von Co-Star John Romita Jr. auskommen, doch das fällt nicht allzu erheblich ins Gewicht, da sich adäquater Ersatz hat finden lassen. Insgesamt sehen wir in diesem Band ein vielgestaltiges Artwork, da Jock, Tula Lotay, Giuseppe Camuncoli und in der Duke Thomas-Miniserie noch Francesco Francavilla sowie Declan Shalvey den Zeichenstift schwingen. Die Künstler leisten dabei allesamt gute Arbeit, wobei besonders die wunderbaren Bilder von Jock („Superman: American Alien“) und Giuseppe Camuncoli („Marvel Now! – Spider-Man. Angriff der Spinnen-Jäger (Band 8)“) hervorstechen.

Die Story des vorliegenden Bandes fällt qualitativ gegenüber dem Vorgänger womöglich etwas ab, was aber auch daran liegt, dass der Erstling groß aufgetischt hat. Weniger gelungen als die eigentliche Hauptserie ist die Miniserie um Duke Thomas. Indes ist auch diese durchaus lesenswert geraten und stört nicht das positive Gesamtbild.

Bei der „All-Star Batman„-Reihe darf man bisher bedenkenlos zugreifen und Fans des Mitternachtsdetektivs dürfen sich bereits auf den im März 2018 erscheinenden dritten Band freuen.

Inhalt

Batman im Kampf gegen Mr. Freeze, Poison Ivy, den Mad Hatter und einen seiner gefährlichsten Gegner, der im Hintergrund die Fäden zieht.

Batman-Starautor Scott Snyder erzählt in dieser Serie abgeschlossene Geschichten mit dem Dunklen Ritter, die es in sich haben, gezeichnet von großartigen Ausnahmetalenten wie Jock (GREEN ARROW: DAS ERSTE JAHR) oder Giuseppe Camuncoli (BATMAN: EUROPA).

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Scott Snyder (Autor)
ist ein US-amerikanischer Schriftsteller.

(Quelle: Wikipedia)

Scott Snyder – Twitter

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 12.12.2017
Originalausgaben: All-Star Batman 1 (II) / 2 (II) / 3 (II) / 4 (II) / 6-9
Seitenzahl: 180
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Fabian
Fabian
Warum denn so ernst?