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30. September 2016

10 Jahre Splitter – 2014

Der Splitter Verlag feiert Geburtstag und wir feiern mit!

Jeden Monat werfen wir einen Blick zurück in die Verlagsgeschichte und stellen euch wichtige Veröffentlichungen aus den vergangenen 10 Jahren vor.

Am Ende jeden Beitrags gibt es für euch auch etwas zu gewinnen.

Weiter geht es im Jahr 2014!

2014. Auch dieses Jahr sparte nicht mit Ereignissen. Da wäre zum Beispiel der Beginn der Ukraine-Krise, der Ausbruch der Ebolafieber-Epidemie oder die generelle Bedrohung durch den IS-Terrorismus. Außerdem steigen in Europa die Zahlen der Geflüchteten ‑ worauf in Deutschland eine kleine Randgruppe namens PEGIDA für Stunk sorgt. Mit dem Ende von „Wetten, dass..?“ schließt sich außerdem eine Ära. Immerhin kann uns darüber der Sieg Deutschlands bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien (und ganz besonders das Spiel gegen Brasilien!) hinwegtrösten.

Schließlich war dies auch das Jahr der DeepGround-Gründung – aber das wisst ihr natürlich.

Im Hause Splitter geht es weiterhin steil bergauf. Sind es Anfang des Jahres noch neun monatliche Ausgaben, kann man im Dezember bereits aus elf Veröffentlichungen wählen. Gar nicht so leicht, da einen Überblick zu behalten!
Wir haben uns stellvertretend drei fette Bände für euch angesehen: Blau ist eine warme Farbe, Im Westen nichts Neues und Elfen (Band 1) ‑ Der Kristall der Blauelfen.

Blau ist eine warme Farbe – Unter die Haut und ins Herz

Schon im Dezember 2013 wurde mit „Blau ist eine warme Farbe“ ein für das Verlagsprogramm eher ungewöhnlicher Titel veröffentlicht, der sich jedoch im darauffolgenden Jahr zu einer richtigen Erfolgsstory entwickeln sollte. Während wir schwerpunktmäßig bisher vor allem das Fantasy- und Sci-Fi-Programm von Splitter unter die Lupe genommen haben, gesellten sich schon früh auch realistische Erzählungen ins Verlagsprogramm (wir erinnern beispielsweise an „Die Reise mit Bill“ oder „Sonnenfinsternis„). Diesmal handelt es sich um eine Coming of Age-Story.

blau-ist-eine-warme-farbe-coverPubertät ist ja eh schon scheiße. Aber was, wenn man dann feststellt, das „irgendwas anders“ ist, als bei den anderen? So geht es Clementine Anfang der 90er Jahre. Sie ist durchschnittlich beliebt, hat einen Freund – und verliebt sich auf der Straße Hals über Kopf in Emma mit den blauen Haaren. Bevor sie diese Erkenntnis zulassen kann, vergeht allerdings einige Zeit der Selbstzweifel und -findung. Unterstützung erhält sie zufällig durch einen homosexuellen Kumpel, dennoch fühlt sie sich allein gelassen, verzweifelt, „falsch“. Die ersten Schritte in Richtung Emma erweisen sich zudem als noch schwieriger: Zwar herrscht unbestrittene Sympathie zwischen der Schülerin und der Studentin, aber eifersüchtige Freundinnen, wenig verständnisvolle Familien, engstirnige Schüler und das Leben überhaupt werfen den beiden immer wieder Steine in den Weg.

Als wäre das alles noch nicht genug Drama, das vor allem deswegen unter die Haut geht und sich im Herz festbeißt, weil ein Coming-Out leider auch heute noch genauso schwer ist, nein, Autorin Julie Maroh gönnt uns nicht mal ein Happy End. So dürfen und müssen wir zusehen, wie zwei Frauen sich verlieben, lieben und am Ende eine zurückbleibt. Traurig und wunderschön zugleich.

Das Gleiche gilt im Übrigen auch für die Optik: Die Autorin zeichnet hier in skizzenhafter Manier in gedeckten Grau- und Sepiatönen, durchbrochen vor allem von blauen Akzenten. Daher ist „Blau ist eine warme Farbe“ zu Recht preisgekrönt – und verdient die Aufmerksamkeit, die der Comic nach wie vor erhält, absolut.

Im Westen nichts Neues ‑ die Literaturadaption

Eine weitere Eigenproduktion aus dem Hause Splitter (wie beispielsweise „Seide und Schwert“ oder „Die Zwerge„), die mit „Blau ist eine warme Farbe“ um die Gunst der Leser buhlt. Wem das persönliche Schicksal von Clementine noch nicht dramatisch genug ist, kann sich mit „Im Westen nichts Neues“ richtig tief in den Anti-Kriegs-Blues schießen.

im-westen-nichts-neues-coverDie Graphic Novel basiert auf dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque und dürfte in der einen oder anderen Geschichtsstunde vorgekommen sein. Remarque, selbst im Ersten Weltkrieg Soldat und verwundet, schickt den tapferen Paul mit seinen zarten 19 Jahren und den Klassenkameraden in das blutige Gemetzel, an dessen Ende 17 Millionen Kriegstote stehen. Er berichtet eindrucksvoll vom Leben an der Front, den hundsmiserablen Bedingungen, dem Sterben, dem Töten, den Verletzungen, dem Heimkehren, dem Vermissen ‑ kurz: Von der Zerstörung, die Krieg im Land und im Leben Einzelner hinterlässt.

Kein kitschiges Ende, kein kleiner Sonnenstrahl durchbricht die Kontinuität der Depression, die diese Geschichte in sich trägt.

„Wir sind nicht mehr unbekümmert, ‑ wir sind fürchterlich gleichgültig. Wir würden da sein; aber würden wir leben? Wir sind verlassen wie Kinder und erfahren wie alte Leute, wir sind roh und traurig und oberflächlich, ‑ ich glaube, wir sind verloren.“ (Zitat „Im Westen nichts Neues“)

Worte, die Paul an den Leser richtet. Worte, die Peter Eickmeyer und Gaby von Borstel sorgsam aus Remarques Buch extrahierten. Nach dieser sprachlichen Faust ins Gesicht legen die zwei dann noch mit Bildern nach. Großformatige, expressionistische Ölgemälde liefern den Hintergrund, auf denen die Texte arrangiert werden. Keine klassischen Comicpanels, eher ein Bilderbuch für Erwachsene hält man hier in den Händen.

„Im Westen nichts Neues“ ‑ eine herausragende Graphic Novel auf allen Ebenen.

Elfen ‑ Leichtfüßig und blutig

Nach diesen zwei schweren Geschützen folgt jetzt noch ein etwas „leichterer“ Titel: „Elfen“.
Eine Serie von typischer Fantasy-Klassik. Nicht ohne Blut, nicht ohne Drama, aber so weit weg vom eigenen Leben, dass man es im Vergleich getrost als Unterhaltungswerk bezeichnen kann. Im Grunde geht es um Elfenvölker, die sich mit Orks, anderen Elfen und Magie auseinandersetzen müssen, um zu überleben.

elfen-band-1-coverUm dem Ganzen eine frische Note zu verleihen, ist die Serie als shared Universe konzipiert. Das bedeutet zum einen, dass Band 1 in sich abgeschlossen ist, zum anderen werden anschließende Bände von anderen Textern und Zeichnern realisiert und zeigen andere Völker und Geschichten aus dem gleichen Universum. Diese Idee scheint ein bisschen zum Selbstläufer geworden zu sein, denn die angedachten fünf Bände wurden mittlerweile auf 15 erweitert, wobei Nummer 14 im Februar 2017 erscheinen wird.

Band 1 widmet sich zunächst den Blauelfen. Die Elfin Lanawyn entdeckt mit ihrem menschlichen Gefährten, dass die Stadt Ennlya angegriffen wurde. Anscheinend stecken die Yrlander dahinter. Während sie es sich zur Aufgabe macht, dem Mysterium auf die Spur zu kommen (und dabei mehr oder weniger einen Krieg auslöst), befasst sich an anderer Stelle die Elfin Vaalann mit ihrem eigenen Schicksal. Möglicherweise soll sie diejenige sein, die den kraftvollen Blauen Kristall bergen und nutzen kann ‑ was angesichts der politischen Spannungen ein Segen wäre.

Beide Storys enden schließlich in einem gemeinsamen Höhepunkt – und schwupps, ist die Story wieder vorbei. Wer hier mehr über die Blauelfen erfahren will, wird wohl in den folgenden Bänden ein bisschen nach „Zufallsinfos“ suchen müssen, denn mehr gibt es dazu erst einmal nicht. Schade irgendwie.

Ansonsten lässt sich noch festhalten, dass sich hier optisch alles im klassischen Fantasy-Rahmen bewegt. Das bedeutet: opulente Rüstungen, knappe Damenbekleidung und ausgeprägte Hintergründe. Ein wirklich solider Comic, der Fantasy-Fans sicherlich glücklich macht.

Und nun seid ihr gefragt!

Gewinnspiel

Nehmt für ein Exemplar von

„Blau ist eine warme Farbe“

oder

„Im Westen nichts Neues“

oder

„Elfen (Band 1) – Der Kristall der Blauelfen“

an unserer Verlosung teil!

Hinterlasst uns einfach einen Kommentar mit eurem Wunsch unter diesem Beitrag oder unter dem entsprechenden Post bei Facebook.
Unter all diesen Kommentaren wird dann ein Exemplar der Comics („Blau ist eine warme Farbe“, „Im Westen nichts Neues“ sowie „Elfen (Band 1) – Der Kristall der Blauelfen“) verlost.

Bis zum 09.10.2016, 12.00 Uhr könnt ihr teilnehmen, die Gewinner werden dann per random.org ausgelost und kontaktiert.

Wir haben soeben die Gewinner mittels Random.org ermittelt – Gratulation an dieser Stelle an Gregor S., Frank Stc und Marco B. 
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern und wünschen jenen, die nicht gewonnen haben, viel Glück beim nächsten Mal! 🙂

Das Mindestalter für die Teilnahme beträgt 18 Jahre.

Alle Mitarbeiter des DeepGround Magazines sind selbstverständlich genauso wie der Rechtsweg ausgeschlossen. Ihr erklärt Euch damit einverstanden, dass wir nach Beendigung des Gewinnspiels Eure Adressdaten an den Splitter-Verlag weitergeben, damit Eurer Gewinn direkt zu Euch gesendet werden kann.

Wir wünschen allen Teilnehmern viel Glück!

Blau ist eine warme Farbe

Zwei Kunstwerke, drei Prestige-Preise: Auf den Filmfestspielen von Cannes 2013 erhielt »Blue is the Warmest Colour«, neben dem Preis des  Kritikerverbandes, mit der Goldenen Palme die wohl wichtigste cinephile Auszeichnung der Filmbranche und wurde somit in der Geschichte des Festivals als erster Film, der auf einer Comicvorlage basiert, ausgezeichnet. Die in Angoulême lebende Schöpferin der Vorlage, Julie Maroh, wiederum erhielt für ihr Graphic Novel-Debüt bereits im Jahr 2011 den Prix du Public auf dem berühmten Festival der Stadt.

(Quelle: Splitter Verlag)

Autor: Julie Maroh
Zeichner: Julie Maroh
Einband: Hardcover Book 200 mm x 280 mm
Seiten: 156
Band: 1 von 1
ISBN: 978-3-86869-695-0
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag

Im Westen nichts Neues

Mit dem Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“ erlangte Erich Maria Remarque 1928 weltweite Aufmerksamkeit. Das Buch wurde in mehr als 60 Sprachen übersetzt und von Millionen gelesen. Zudem hat es mittlerweile seinen festen Platz im Schulkanon. Der in Osnabrück geborene Autor verarbeitete in seinem Roman die Erlebnisse seiner Generation im 1. Weltkrieg und verdeutlichte durch seine realistisch-subjektivistische Schilderungen die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges.

Das Buch ist ein zutiefst berührender Appell an die Menschlichkeit, gegen das Vergessen und gegen den Krieg. Der Roman, der mit dem Heldenpathos brach, wurde 1933 von den Nazis verbrannt. Für den Meller Künstler Peter Eickmeyer war es, wie er selbst schreibt, eine „Herzensangelegenheit“, Remarques Werk mit den Mitteln der Graphic Novel umzusetzen.

Die NDR Kulturredaktionen haben „Im Westen nichts Neues“ als Buch des Monats Juni 2014 ausgewählt.

(Quelle: Splitter Verlag)

Autor: Erich Maria Remarque
Zeichner: Peter Eickmeyer
Einband: Hardcover Bookformat 200 mm x 280 mm
Seiten: 176 Seiten, mit einem Nachwort von Dr. Thomas. F. Schneider, Leiter des Erich Maria Remarque-Friedenszentrum (Osnabrück)
Band: 1 von 1
ISBN: 978-3-86869-679-0
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag

Elfen (Band 1)

Die Blauelfen von Ennlya, einer kleinen Hafenstad in Nodrënn, wurden alle massakriert! Der Blauelf Lanawyn und Turin, ein ruhmreicher Mensch, stoßen auf Spuren, die zu einem Stamm von Yrlanern führen – zu den Nordmenschen, die die Elfen hassen. In der Inselstadt Elsemur hat die junge Blauelfin Vaalann den Test der Wassersinne bestanden. Die Mutter Prophetin sieht in ihrer nahen Zukunft ein Geschehnis um den heiligen Kristall. »Wer den Kristall kontrolliert, kontrolliert den Ozean.« Die Aussage erregt großes Aufsehen und man munkelt, Vaalann könnte die Erwählte sein, auf die die Blauelfen seit Generationen warten… Eine Geschichte zwischen Spannung und Spiritualität in einer Welt der Träume, der Spiegelungen und Täuschungen!

Das Serien-Konzept
Die fünf Abenteuer spielen in einer fest umrissenen Welt und stellen bestimmte Aspekte dieses Universums dar. Jedes Album ist in sich abgeschlossen, aber gemeinsam bilden sie ein Ganzes. Elfen ist die erste Konzept-Serie im Verlag Soleil, entwickelt von Jean-Luc Istin und Nicolas Jarry. Die Autoren haben sich für jedes Album ein anderes Volk ausgedacht, das zwar einen eigenen Ort auf der Landkarte hat, aber sich mit den anderen Völkern die Welt teilt.

(Quelle: Splitter Verlag)

Autor: Jean-Luc Istin
Zeichner: Kyko Duarte
Einband: Hardcover
Seiten: 56
Band: 1 von 10 bzw. 15
ISBN: 978-3-86869-700-1
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer




 
 

 

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7 Comments


  1. Hannah Ho

    Und wieder so tolle Bände zur Auswahl, wow! Schwere Entscheidung, aber ich versuche mein Glück mal mit Blau ist eine warme Farbe


  2. Als Osnabrücker entscheide ich mich natürlich für „Im Westen Nichts Neues“.


  3. Blau ist eine warme Farbe wäre super 🙂


  4. Christian

    Drei tolle Bände. Da „Blau ist eine warme Farbe“ der graphisch ungewöhnlichste Band ist, entscheide ich mich dafür.


  5. Magdalena Hohmann

    „Im Westen nichts Neues“, mal schauen, ob ich das im Geschichtsunterricht verwende kann..


  6. Im Westen nichts neues ist mein Favorit. Viel Glück an alle Teilnehmer!


  7. Andreas Haumesser

    IM WESTEN NICHTS NEUES



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